Straft das Google March-Update KI-Inhalte ab?

abstrafungen durch march updateMit dem March Update 2024 hatte Google angekĂŒndigt, 40 % minderwertige Inhalte aus dem Index zu entfernen. Erste Studien haben gezeigt, dass allein die HĂ€lfte der abgestraften Websites zwischen 90 und 100 % KI-generierten Content hatten. Die Strafe bestand in der Deindexierung, also in der vollstĂ€ndigen Entfernung der Seite aus den Suchergebnissen. Damit ist dieses Core-Update wieder ein deutliches Signal, dass Google Content-Spam mit aller HĂ€rte abstraft.

So kann Google KI-generierte Texte erkennen

Der Suchmaschinenriese hat in der Vergangenheit mehrfach Stellung genommen zu der Frage, ob KI-generierter Content abgestraft wird oder nicht. Die klare Richtschnur dazu lautet:

KI-Content wird abgestraft, wenn die Texte in manipulativer Absicht produziert wurden, um höhere Rankings in den Suchmaschinen zu erzeugen, ohne den Lesern dabei einen Mehrwert zu bieten. [Katrin Winkler, SEO Texterin Wortverkauf]

Dabei ist es ĂŒbrigens irrelevant, ob jemand einen Texter fĂŒr 1 Cent/Wort mit der Textproduktion beauftragt hat oder ChatGPT.

Google deutet Signale, die auf KI-Content hinweisen

Kann Google KI-generierte Texte erkennen und wenn ja, wie? Diese Frage wird oft viel zu einseitig betrachtet. Auch die massenhaft aus dem Boden schießenden KI-Detektoren haben nur den reinen Text im Blick. Google betrachtet derweil aber viele Signale der Website. Anzeichen fĂŒr manipulativen KI-Content sind beispielsweise:

  • Plötzlich erhöhte Publikationsfrequenz
    Eine Website, die vorher nur 3 neue Blogs im Jahr veröffentlich hat, und nun 50 Postings pro Monat rausschießt, macht sich verdĂ€chtig.
  • Instinkte der Besucher
    Menschen haben einen sehr feinen Instinkt und spĂŒren, wenn ein Bild oder ein Text sich „irgendwie komisch“ anfĂŒhlt. UnnatĂŒrliche Sprachmuster, die typischen KI-erzeugten Verschachtelungen und vieles mehr triggern die Besucher, was sich wiederum auf ihr Besuchsverhalten auswirkt – das ein wichtiges UX-Signal fĂŒr die Suchmaschine ist.
  • Quality Rater
    Google setzt sogenannte Quality Rater ein, die mit der manuellen ÜberprĂŒfung von Websites beauftragt werden. Diese sind nach den neusten Richtlinien dazu angehalten, eine Website, die beispielsweise selbst auf KI-generierte Inhalte hinweist, auf die niedrigste QualitĂ€tsstufe zu setzen.

Google arbeitet intensiv daran, diese und viele weitere Signale – die wir Menschen schon instinktiv spĂŒren – in Algorithmen umzusetzen. Es entstehen neue Filter, die wiederum beim nĂ€chsten Core-Update zum Tragen kommen.

Was passiert nun mit Seiten, die einen hohen Anteil an KI-Texten haben?

Wer auf der Welle der blitzschnell, kostengĂŒnstig und massenhaft produzierten Texte mitgeschwommen ist, bekommt zu Recht Schweißperlen auf der Stirn.

Ich beobachte die Reaktion Googles auf neue Entwicklungen und Technologien seit ĂŒber 15 Jahren. Meine persönliche Prognose lautet: Wer KI nicht in Maßen und nur dort einsetzt, wo sie sinnvoll ist, wird mit Abstrafungen rechnen mĂŒssen. [Katrin Winkler, SEO-Texterin Wortverkauf]

Es sind viele weitere Vorgehensweisen denkbar. Nicht ausgeschlossen ist es beispielsweise, dass Google zukĂŒnftig Websites mit einem hohen KI-Content-Anteil in den Suchmaschinen markiert. Es ist wie immer im Leben: man kann die Erfolgsleiter sehr schnell hochklettern und dabei Stufen ĂŒberspringen. Der Weg nach unten ist in jedem Fall schneller.

Rechtsfragen bei der KI-Texterstellung: Erste Klagen KI-generierte Textkopien

klage gegen ki contentIn unmittelbarem Zusammenhang mit der Diskussion um die Bewertung KI-generierter Inhalte stehen rechtliche Fragen. Denn wer garantiert, dass ChatGPT & Co. die Inhalte so abwandeln und zusammenkopieren, dass sie wirklich einzigartig sind und nicht blanke Kopien bestehender Inhalte?

Ein aktueller Fall aus Dezember 2023

Die New York Times hat die Betreiber von ChatGPT auf Schadensersatz in Höhe eines Milliardenbetrages verklagt. Grund war, dass die KI-Systeme mit den Texten der Zeitschrift trainiert wurden und Texte teils wortwörtlich die kostenpflichtigen Inhalte wiedergeben.

Noch ist offen, wie Juristen generell mit der Urheberrechtsfrage umgehen. WĂŒrde aber ein Urteil fallen, dass KI-Content das Urheberrecht verletzt, bekĂ€men schon heute viele Website-Betreiber ein existenzielles Problem. Das LLM- (Large Language Model) GeschĂ€ftsmodell beruht auf der Verwendung von geistigem Eigentum anderer. Rein rechtlich liegt es durchaus im Bereich des Möglichen, dass zukĂŒnftige Urteile in die Richtung gehen, dass Urheber am Erfolg der Inhalte beteiligt werden mĂŒssen, die auf ihrem originĂ€ren Beitrag beruhen.

Das Urteil steht noch aus, könnte aber richtungsweisend fĂŒr alle sein, die sich aktuell an der KI fĂŒr die Content-Erstellung bedienen.

Wissenswert: Googles Definition fĂŒr „guten“ Content

Die Frage, was guter Content ist, muss regelmĂ€ĂŸig neu betrachtet werden. Nach dem Google Update lohnt es sich, eine aktuelle Definition dafĂŒr aufzustellen, welche Texte die Suchmaschine als gut und damit empfehlenswert einstuft.

  • Inhalte mĂŒssen nĂŒtzlich sein (People-first-Ansatz)
  • Texte mĂŒssen fĂŒr Menschen geschrieben sein
  • OriginĂ€re Inhalte (kein Third-Party-Content)
  • Texte nehmen die Perspektive von Lesern ein, die sich mit dem Thema nicht auskennen
  • Gute Texte haben eine leicht verstĂ€ndliche Textstruktur
  • Es gibt keine inhaltlichen Redundanzen

Eine gute User Experience bleibt einer der wichtigsten Rankingfaktoren. Empfindet ein Leser einen Text als hilfreich, liest er ihn vollstĂ€ndig oder zeigt eine Interaktion – beispielsweise durch einen Klick auf die Kontaktseite. Google erkennt und bewertet diese Signale. Sendet ein Text diese positiven Signale nicht aus, dann ist er fĂŒr Google auch nicht gut. Punkt.