Schneenebeltage

27. Januar 2014

Ich lese schon zum zweiten mal Rabenliebe von Peter Wawerzinek und unterstreiche diese Passage. Das Gesagte stimmt traurig; die Sätze wiederum sind ein Liebesgruß an die Sprache:

Die Jahre stehen wie Schneemänner in einer Reihe, mit nichts angekleidet als löchrigen Töpfen auf ihren Köpfen und Rüben, wo sonst Nasen im Gesicht stecken. Es schneit ins Wageninnere meiner Kindheitslimousine hinein. Schnee fällt innen wie außen. Mein Leben kennt keine andere Jahreszeit als den Winter. Das Jahr hindurch herrschen Vorwinter, Winter, Nachwinter. Und ewig ist Nebel um mich herum. Nebelschneejahre. Schneenebeltage.

[Peter Wawerzinek. Rabenliebe]

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